Warum ich Hippie gewesen wäre

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Freie Liebe und so, träumen unterm Sternenhimmel, sparen für’s genialste Festival ever. Musik, Freiheit und Sex. Jeden Tag, kämpfen für Frieden und gegen die strengen Eltern. Unser Auto mit Blümchen besprayen und damit irgendwo in den Wald fahren. Fliegen wie ein Vogel, die Welt unter uns. Die Haare naturgewellt, nur mit einem bunten Band verziert. Natürlichkeit in allen Ebenen. Unrasiert, glaub‘ ich.

Ich schweife ab, weg von der bunten Welt der Hippies in den Hintergrund. Ganz ohne Probleme war diese Zeit doch auch nicht. Was haben die leicht bekleideten Mädchen wohl gedacht, wenn ihre Tage ausgeblieben sind. „Yeah, 9 Monate Sex und ich kann zumindest nicht mehr schwanger werden!“ – werden sie wohl nicht gedacht haben. Was wenn sie sich ernsthaft verliebt haben, so richtig mit allem drum und dran? Wenn Sex unterm Sternenhimmel ihnen auf einmal nicht mehr gereicht hat?

Wenn die kleinen Hippiemädchen traurig in ihrem Zimmer bei den verhassten Eltern (die sie fast rausgeschmissen haben, weil sie einen Mann nach dem anderen nachhause gebracht hatten) sitzen und sich verzweifelt den Vater des Werdenden Lebens ausrechnen. Und genau wissen, dass dieser jene doch gerade wieder eine andere bunte Fee vögelt.

Jedes Festival geht einmal zu Ende. Auch das größte, genialste Festival dieses Planets. Irgendwann müssen alle wieder in die triste Alltagswelt zurück, die Blumen aus dem Haar geben und die Revolte aufgeben. Irgendwann geht selbst die wunderbarste, unbeschwerteste Zeit zu Ende. Auch wenn sich diese Bewegung auf jeden Fall etwas gebracht hat, für uns Frauen. Für die Gesellschaft im Allgemeinen, nämlich Aufheiterung nach dem kalten, grauenvollen Krieg.

Und auch wenn es sicher viele Schattenseiten damals gegeben hat – ich wäre Hippie gewesen. Aus voller Überzeugung. Denn eine bunte Welt ist genial.

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