Monate: Juni 2011

Erwachsen – oder so

Die Uhr hat geschlagen, seit 6 Tage darf ich mich offiziell erwachsen nennen. Kenne ja einige, die auf das hinfiebern, endlich Wodka kaufen zu dürfen, oder mal eben in den Beate Uhse – Shop zu rennen. Mein persönliches Ziel ist der Führerschein, damit ich endlich mit meiner alten Schüssel (♥) herumfahren darf. Lange habe ich allerdings eh nicht Zeit, meine Zeit als 18-Jährige zu feiern – muss ja schließlich ab 1.Juli wieder mal arbeiten. Letzes Jahr war mir in der Arbeit so langweilig, dass ich oft gebloggt habe – das wird mir diesmal hoffentlich nicht passieren. Wie man sich fühlt, so als Erwachsener? Das ist ja wohl die Frage, die ich am öftesten höre. Ich beantworte diese mal ein für alle Mal – nicht anders, als mit 17. Hängt wohl damit zusammen, dass sich meine Lebensumstände nicht komplett verändert haben, bin ja nicht ausgezogen, meine Wäsche wäscht immer noch meine geliebte Mama! Kochen darf ich ja inzwischen selbst, einkaufen auch – aber die Sache wird wohl erst mit dem Führerschein bisschen leichter. Und Haushalten ist …

Busfahren

Kleiner Bus, silbrig in der Sonne glitzernd, mit Ortsschildchen aus Pappe vorn an der überdimensionierten Windschutzscheibe. Kurz die Schriftzeichen überprüft, reingesprungen um noch einen Platz zu ergattern. Nichts mehr hasst sie, als die ganze Busfahrt zu stehen zu müssen. Obwohl der Effekt den „Power-Plates“ gleicht, die sie öfter in der Werbung gesehen hat, aber das Herumgeschüttle ist kaum auszuhalten. Sie sucht sich einen der weich geposterten Sitze am Fenster aus, schmeisst ihren ganzen Kram auf den Boden, die Tasche neben sich platziert, in der Hoffnung, dass sie die Heimatfahrt ohne Sitznachbar antreten kann. Als wollte sie irgendjemand für diesen unsozialen Gedanken bestrafen, steigen gefühlte hundert Leute in den Bus, die ebenfalls den Gedanken hegen, die Busfahrt nicht stehend zu verbringen. Sie macht Platz, legt die kühle Tasche über ihre Beine, macht Platz für ihn. Manche könnten vermuten, es würde eine Liebesromanze, die das Schicksal geplant hat. Nein, nicht ganz. Er, ein Jungspund mit vielleicht 15 Jahren, schwitzt. Ganz unverschämt gesagt, er riecht nach ekelhaften, alten Schweiß. Sie war grade noch in ihre Gedanken versunken, als …