Reise mit dem Mond

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Langsam fahren wir aus der Nacht der untergehenden Sonne entgegen, es ist ruhig um mich herum, jedes Gesicht ist dem hellen Mond zugewandt, der uns auf dieser Reise begleitet. Er steht so ruhig am düsteren Himmel hinter uns, und doch ist er ständig in Bewegung – in Bewegung mit uns. Autos zischen an uns vorbei, und doch ist es so leise, dass man jedes einzelne Atmen hört, ruhig und beständig. Es scheint, als wären alle zur Ruhe gekommen, als hätte der Anblick des Mondes sie gelähmt, stumm gemacht.
Vor uns leuchtet es noch schwach rot hinter der kleinen Hügelkette hervor, ein kleiner Abschiedsgruß der Sonne, immer mehr zieht sie sich vorm Mond zurück, immer mehr Helligkeit verschwindet aus unserer kleinen Welt. Die Blicke wandern wieder zurück zum Mond, der immer noch neben uns her gleitet, als würde er jedem von uns versprochen haben, dass er unseren Weg erhellen wird. Es war, als könnte jeden Moment jemand beginnen, über den Mond zu philosophieren, als würden wir alle von ihm zu der Frage aufgefordert, warum er für uns alle zu sehen ist, während wir über 30km zurücklegen.

Kurzzeitig übermannen uns die Gedanken, die Müdigkeit und einige sind einfach eingeschlafen, Kopf am Fenster, Blick nach oben gerichtet, manchmal schreckt jemand fast panisch auf, um dann wieder beruhigt ans Fenster zu sinken. Nur schnell, nur für Sekunden glaube ich, eingeschlafen zu sein, wache auf und erblicke den Mond nicht mehr. Es kommt Bewegung unter uns, jeder streckt und reckt sich, langsam bleiben wir stehen und packen unsere Sachen um in die Nacht hinauszuspazieren.

Es ist kalt, der Wind bläst um unsere Ohren, aber nachdem wir uns einmal gedreht haben, sehen wir ein bekanntes Gesicht und machen uns auf den Heimweg, Musik in den Ohren, Gedanken in unseren Köpfen und fühlen die Sicherheit, die uns dieser helle Mond am Himmel zu geben versucht.

 

2 Kommentare

  1. Raffl sagt

    Wunderschön – Jeden Augenblick detaillieren und gleichzeitig die Handlung fortschreiten zu lassen ist eine Schreibkunst, die viele Autoren leider nicht besitzen. Ist doch schön gelungen, diese Geschichte^^

    Schön ist auch, wieder einen Blogpost seit geraumer Zeit lesen zu dürfen^^ *daumenoben*

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