Inhalte filtern
Inhalte schliessen

Autoren

Alle Artikel in: Portfolio

Poetry – Photography #1

Jede abfallende Frucht findet eine Hand, die sie aufhebt. {Arabisches Sprichwort} Mir war heute nach Fotografieren und seit langem geistern bei mir im Kopf Ideen herum, die ich heute einfach mal aus meinem Kopf in die Kamera wandern lies. Ich hatte beim Aufräumen ein Buch mit Sprichwörtern der Welt gefunden und wollte zu den Sprichwörtern Fotos machen. Gesagt – getan – nur hatte ich keine andere “Frucht” als den Paprika zuhause und habe das Sprichwort auch noch nicht interpretiert – aber Teil eins könnt ihr ja schon mal begutachten. (Ich hasse übrigens Wasserzeichen, aber naja…) © by Rebecca Streiner, alle Rechte vorbehalten (gilt für alle Fotos in diesem Post)

Enttäuschung

Vertrauen verschenkt, Träume verschwendet und kostbare Zeit einfach verstreichen lassen. Ohne dich, ohne mich, nur körperliches Dasein auf dieser Welt. Enttäuschung im Herzen, verzweifelender Verstand, ein Kribbeln in den Füßen, das Verlangen zu laufen, irgendwo hin, in dieser kleinen Welt. Brennende Lippen, mit der Erinnerung an deine Berührung, dein Wagnis mein Herz in deine Hände zu nehmen, zerstörte Hoffnungen, rasende Gedanken im Kopf. Im Regen liegen, die Tropfen auf der Haut spüren, die Haare kräuseln sich langsam zu kleinen, feuchten Locken, der Boden noch warm von der Mittagssonne, die uns gerade noch begleitet hat. Wolken beobachten, grau in grau leuchtet der Himmel ihr entgegen, zieht alle Emotionen in sich hinein, schwarze Wolken über ihr, tragen das Leid fort, fort in eine andere Stadt. Leichtfüßig schüttelt sie die Haare im leichten Wind, die letzten Tropfen fliegen durch die Luft, versuchen Anschluss an die verfliegenden Wolken zu finden und versickern erfolglos im Boden. Ein Strahl warmes Licht fällt auf das blasse Gesicht, lässt die Augen im Licht glitzern, ein Lächeln verlässt das Anlitz und bereitet Freude, wieder …

Spaziergang am Fluss

Es ist wunderbar schön draußen, die Sonne scheint auf die Haut und ich hab mich wirklich aufgerafft und meine Inlineskates angezogen und bin neben dem Fluss (Fluss ,glaube ich, ein bisschen übertrieben! :D) hin und her gedüst. Musik in den Ohren, Kamera in der Hand auf der Jagd nach dem Frühling. Die letzten zwei Bilder mag ich am liebsten. 🙂  

Richtungswechsel

Links oder Rechts? Zurück oder doch weiter nach vorne? Traum oder Realität? Hinauf in schwindelige Höhen oder doch sicher auf der braunen Erde stehen bleiben und gedankenverloren einem Traum nachsehen, der immer weiter in die Ferne rückt? Mit einem Rucksack voller Fragen tritt sie die Reise an, die ihr Leben für immer verändern wird, von der niemand etwas ahnen wird, wahrscheinlich nicht einmal sie selbst. Durch dichte Wälder, durch Flüsse und über die höchsten Berge führt sie der kleine, schmale Weg direkt auf eine meterhohe Mauer zu. Weißgrau, fest und unüberwindbar steht sie mitten auf ihrem Weg, kein Schlupfloch führt an ihr vorbei, zwei Wege, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen, fordern von ihr eine Entscheidung. Sie blickt nach rechts, sieht nur einen weiten, steinigen Weg, der sich langsam aber sicher in einen Nebel hinein schlängelt. Fast verzweifelt wendet sie ihren Blick nach links, jedoch offenbart sich auch in diese Richtung ein schmaler Grat, steinig und keinenfalls einfach zu begehen. Langsam sinkt sie in sich zusammen, still sitzt sie vor der Mauer und wenn es nicht …

Alltagsromanze

Blicke treffen sich. In den Spiegeln über den Obstregalen spiegeln sich unsere Körper, langsam aber sicher kommst du immer näher, langsam und bedächtig musterst du die dunkelrot gefärbten Erdbeeren, dein Blick wandert immer wieder zu den Spiegeln über uns. Errötet sehe ich weg, bin fast beschämt, wie sehr mich dein Blick verfolgt. Deine Blicke, sie legen sich über mich, wie tiefblauer Samt sich um den Körper schlingt. Langsam widme ich mich der richtigen Obstauswahl, während ich gedanklich schon dein blondes Haar fühle, gerade rechtzeitig bemerke ich, dass ich gerade im Begriff war, die Avocados vor mir zu betasten. Ruckartig ziehe ich meine Hand zurück, ein bisschen zu schnell um zu bemerken, dass du gerade in diesem Moment hinter mir stehst. Ein elektrischer Schlag durchfährt mich, du lächelst nur ruhig in mein vor Scham errötetes Gesicht. Ohne noch einmal meinen Blick von den Obstsorten abzuwenden, packe ich alle möglichen Obstsorten in meinen Wagen um dir nicht noch einmal ins Gesicht sehen zu müssen. Unruhig schiebe ich den Einkaufswagen vor mir her, ich schleiche fast wie ein …

untitled story #3

Teil 1 – Teil 2 Sie überlegte heute nur kurz, ob sie die alte Stube oder die Veranda für ihr tägliches Rendezvous mit einem Glas Rotwein bevorzugt, es war vor einigen Tagen ein eisiger Wind in das Dorf gezogen, die Bäume waren mit glitzernden Eiszapfen übersät und sogar der widerstandsfähige Efeu sah etwas blass aus. Wie in Trance goss sie exakt ein Achtel Rotwein in das alte Glas, versuchte ein möglichst staubfreies Plätzchen in ihrer kleinen Stube zu finden. Nicht, dass sie nicht putzen würde, in diesem Haus setzte sich aber schon nach einigen Stunden wieder der Staub auf die viel zu alten Möbel. Sie ist keine schlechte Hausfrau, das war sie nie. Jeden Abend kochte sie sich ein aufwändiges Abendmahl, entgegen vieler Erwartungen der Dorfbewohner, heute war es ein Reistopf, chinesisch. Wenn man ihren Wohnort betrachtet, könnte man meinen, sie wär gänzlich altmodisch, dem war jedoch nicht so. Sie besaß sogar ein Mobiltelefon, sie benutzte es nur nie. Sonntags backte sie meist einen Kuchen, sie aß drei Stück davon und musste den Rest oft …

untitled story #2

Teil 1 Es kommen nur selten Menschen in den alten Laden, die meisten sehen nur durch die ergrauten Schaufenster, betrachten die liebevoll restaurierten Möbelstücke, als könnte das bloße Betrachten ihre Seelen heilen. Vielleicht verglichen viele ihr Leben mit einem dieser alten Möbel, wünschten sich, eine der vier geschickten Hände würde sie genauso reparieren, wie diese Möbelstücke einst bearbeitet wurden. Manchmal kamen reiche Menschen in den Laden, kauften eines der vergilbten Regale oder gar einen alten Schrank, die Leute aus dem Dorf waren sich jedoch sicher, dass sie nie die Magie des Ladens entdeckten. Sie bemerkte die Blicke der Menschen gar nicht mehr, sie versuchte wohl alles zu vermeiden, dass den Kontakt mit anderen Lebewesen beinhaltete. Sie sprach nie viel, nach der Arbeit verlässt sie sehr schnell den Laden, ja, sie rannte fast nachhause, flüchtete in ihr vertrautes Heim, der dunkelgrüne Efeu schloss alles Leben hinaus. Es hat niemand je versucht, mit ihr ein Gespräch zu beginnen, obwohl einige ältere Junggesellen sehr wohl Gefallen an ihr gefunden hätten, wollten höchstwahrscheinlich nicht enttäuscht werden und sahen ihr …

Eislaufen

Der kalte Wind weht ihr um die Nase, Musik schallt in den Raum, während sie nachdenklich in ihre schwarzweißen, wunderschönen Eislaufschuhe steigt. Sie ist allein hier, gerade hat die Eislaufhalle geöffnet, es ist bis auf die Musik still hier. Sie stellt ihre Tasche unter eine Bank und wackelt unsicher in Richtung Eisbahn. Es sind keine Spuren zu sehen, es ist nichts als glattes, feines Eis in ihrem Sichtfeld. Kurz schreckt sie davor zurück, das fast perfekte Eis zu zerstören, ihre Spuren darin zu verewigen. Es ist als würde ihr das Eis leise zuflüstern, als würde das Eis jede perfekte Minute genießen. Nach kurzem Zögern steigt sie sanft, vorsichtig, ja fast zärtlich auf das Eis, so als wolle sie es nicht verletzten. Sie beginnt sich langsam in Bewegung zu setzen, es ist auch als erfahrene Eisläuferin sehr schwierig für sie, sich auf dieser glatten Eisfläche fortzubewegen. Langsam dreht sie ihre Runden, sie sieht nur ihre Spuren, es werden immer mehr, immer verwirrender schlängeln sie sich durch die Eisfläche. Sie fühlt sich frei, sie fühlt sich, als …

Reise mit dem Mond

Langsam fahren wir aus der Nacht der untergehenden Sonne entgegen, es ist ruhig um mich herum, jedes Gesicht ist dem hellen Mond zugewandt, der uns auf dieser Reise begleitet. Er steht so ruhig am düsteren Himmel hinter uns, und doch ist er ständig in Bewegung – in Bewegung mit uns. Autos zischen an uns vorbei, und doch ist es so leise, dass man jedes einzelne Atmen hört, ruhig und beständig. Es scheint, als wären alle zur Ruhe gekommen, als hätte der Anblick des Mondes sie gelähmt, stumm gemacht. Vor uns leuchtet es noch schwach rot hinter der kleinen Hügelkette hervor, ein kleiner Abschiedsgruß der Sonne, immer mehr zieht sie sich vorm Mond zurück, immer mehr Helligkeit verschwindet aus unserer kleinen Welt. Die Blicke wandern wieder zurück zum Mond, der immer noch neben uns her gleitet, als würde er jedem von uns versprochen haben, dass er unseren Weg erhellen wird. Es war, als könnte jeden Moment jemand beginnen, über den Mond zu philosophieren, als würden wir alle von ihm zu der Frage aufgefordert, warum er für …

Becci in der Natur

Anfang dieser Woche bekam ich so einen irre ungewöhnlichen Anruf aus der Natur, ich sollte doch mal wieder vorbeigucken! Mach ich doch glatt! Auf ins Auto, langen Weg nach St.Gilgen, Postalm auf uns genommen und voller Tatendrang hab ich auch noch meine Kamera mitgenommen. Zufällig war auch noch das schönste Herbstwetter und ich fühlte mich um Jahre zurückgesetzt (Ja! Ich war mal begeisterte Berggeherin, Klein-Becci ist da raufgestampft wie ein Profi!). Vor Jahren waren wir da einmal raufgegangen, nicht weit, aber weit genug, noch vollzählig, so mit Papa und so. Damals wurde mal ein Foto gemacht, muss irgendwo verschwunden sein, aber ich kann mich daran erinnern. Ans Foto, nicht an den Ausflug. Oder vielleicht doch, weiß nicht so genau. Jedenfalls gab’s dort einen klitzekleinen, aber genialen Wasserfall, und den wollten wir wiederfinden – MIT ERFOLG! Auffallend waren dieses Mal jedoch die Steintürmchen, die überall im Fluss/Bach herumstanden. Weiter unten gibts dann eh ein Foto von einem, aber da waren mindestens noch 20-25 gleiche Steintürme auf dem Weg nach oben zu sehen. Solche Türmchen haben anscheinend …