Monate: März 2012

Alltagsromanze

Blicke treffen sich. In den Spiegeln über den Obstregalen spiegeln sich unsere Körper, langsam aber sicher kommst du immer näher, langsam und bedächtig musterst du die dunkelrot gefärbten Erdbeeren, dein Blick wandert immer wieder zu den Spiegeln über uns. Errötet sehe ich weg, bin fast beschämt, wie sehr mich dein Blick verfolgt. Deine Blicke, sie legen sich über mich, wie tiefblauer Samt sich um den Körper schlingt. Langsam widme ich mich der richtigen Obstauswahl, während ich gedanklich schon dein blondes Haar fühle, gerade rechtzeitig bemerke ich, dass ich gerade im Begriff war, die Avocados vor mir zu betasten. Ruckartig ziehe ich meine Hand zurück, ein bisschen zu schnell um zu bemerken, dass du gerade in diesem Moment hinter mir stehst. Ein elektrischer Schlag durchfährt mich, du lächelst nur ruhig in mein vor Scham errötetes Gesicht. Ohne noch einmal meinen Blick von den Obstsorten abzuwenden, packe ich alle möglichen Obstsorten in meinen Wagen um dir nicht noch einmal ins Gesicht sehen zu müssen. Unruhig schiebe ich den Einkaufswagen vor mir her, ich schleiche fast wie ein …

So spielt das Leben

Zurzeit gibt es auffallend oft persönliche Blogeinträge, aber meine Kreativität lässt leider gerade ziemlich zu wünschen übrig, wahrscheinlich weil ich zurzeit sehr viele andere Dinge im Kopf habe und überhaupt nicht zum sonst so alltäglichen Kreativanfall komme. Alles in allem bin ich zurzeit wirklich unzufrieden mit dem Verlauf meines Lebens, zurzeit jagt ein blödes Ereignis das nächste. Mein geliebtes Auto ist so gut wie kaputt – so auch das Auto von Lena, wie ich heute mitbekommen hab – wie sie es absolut passend ausdrückt, kann man es als „wirtschaftlicher Totalschaden“ bezeichnen. Die Autosuche stellt sich als schwer heraus, da mir absolut keine anderen Autos gefallen. Ich liebe nunmal meinen Twingo, von Kind an war so ein kleines Auto mein Traumauto. (Gut, ehrlicherweise hat sich das mit der Zeit ein bisschen verändert – ein neuer Seat Ibiza gefällt mir auch ganz gut, über die alten VW-Autos darf ich gar nicht anfangen zu schreiben, da sind wir morgen noch hier.) Zwischenzeitlich gab’s noch ein kleines Umzugsdrama, welches jedoch Riesenausmaße angenommen hatte und jetzt für mich noch ganz …

Sahnesoße von Lena – Rezept

Gestern hab‘ ich bei Lena gelesen, dass sie eine gute Sahnesoße zaubern kann und da ich da wirklich meist zu blöd für war – sie hat immer entweder nach nichts, oder nach zuviel geschmeckt und meist war sie auch irgendwie flüssig – hab ich sie nach dem Rezept dafür gefragt. Sie war so lieb und hat mir das Rezept geschrieben und ich hab sie heute gleich zu meinen Nudeln dazugemacht. Leider hab ich kein geeignetes Foto von den Nudeln, da das Teller übervoll war und somit nicht besonders toll aussah. Jetzt hab ich sie auch meinem Freund gekocht und auch er fands super – nur zu wenig Was braucht man für die Soße? Sahne (je nach Personen, für zwei Personen nehm‘ ich so einen dreiviertel Becher) Milch (zum Strecken, um nicht noch mehr Sahne zu brauchen) halbe Zwiebel Toastschinken (ca. 100g) Aromat (bei Lena TeloFix – wer das kennt, soll das nehmen, sie meint, das ist super lecker!) Kräuter der Provence entweder Nudeln oder Tortellini Wie macht man das? Die Soße ist wirklich sehr einfach, …

untitled story #3

Teil 1 – Teil 2 Sie überlegte heute nur kurz, ob sie die alte Stube oder die Veranda für ihr tägliches Rendezvous mit einem Glas Rotwein bevorzugt, es war vor einigen Tagen ein eisiger Wind in das Dorf gezogen, die Bäume waren mit glitzernden Eiszapfen übersät und sogar der widerstandsfähige Efeu sah etwas blass aus. Wie in Trance goss sie exakt ein Achtel Rotwein in das alte Glas, versuchte ein möglichst staubfreies Plätzchen in ihrer kleinen Stube zu finden. Nicht, dass sie nicht putzen würde, in diesem Haus setzte sich aber schon nach einigen Stunden wieder der Staub auf die viel zu alten Möbel. Sie ist keine schlechte Hausfrau, das war sie nie. Jeden Abend kochte sie sich ein aufwändiges Abendmahl, entgegen vieler Erwartungen der Dorfbewohner, heute war es ein Reistopf, chinesisch. Wenn man ihren Wohnort betrachtet, könnte man meinen, sie wär gänzlich altmodisch, dem war jedoch nicht so. Sie besaß sogar ein Mobiltelefon, sie benutzte es nur nie. Sonntags backte sie meist einen Kuchen, sie aß drei Stück davon und musste den Rest oft …