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Alle Artikel in: Short Stories

in dieser kategorie sind alle texte von mir untergebracht, ob kurz oder lang, einfach alle wortspielereien

Richtig/Falsch

Wir halten unser Gedankenrad mit “Was wäre wenn..”-Fragen in Bewegung, spielen uns Szenarien vor, die niemals vorkommen werden. Wir spinnen Gedankenfäden wirr durch unseren Kopf, denken über Dinge nach, die längst vergangen oder höchst unwahrscheinlich sind. Und machen uns immerzu auf die Suche nach dem Richtigen. Haben wir etwas Passendes gefunden, wird gleich darauf mit anderen Dingen verglichen, ob wir uns nicht doch irren. Einige Gedankengänge später, merken wir die Fehler und schießen es in den Wind. Das Richtige, oder auch das Falsche – denn wir werden es nie wissen. “Ich hätte dich küssen sollen, wie eine Geliebte dich geküsst hätte. Ich hätte, ich hätte… ich hätte dir eine Chance geben sollen. Dich einfach nur umarmen und es zulassen. Das garantiert Falsche, in meinen damaligen Überlegungen. Ich hätte mit dir träumen sollen, dich in mein Herz schließen. Hab’ ich so auch, aber jetzt ist es nur ein nichtausgelebter Jugendtraum, eine Wunschvorstellung, die nie richtig verblassen wird.” Man kann nicht sagen, ob es der falsche Weg gewesen wäre, was ich alles erlebt hätte, was aus mir …

Der Heimweg

Zeitumstellung. Es ist dunkel, wenn wir zuhause ankommen. Ich & mein Gefühl. Man kann es nicht beschreiben, es ist das Gefühl, wenn die Freude über die hell beleuchtete Orte und die Vorfreude auf die zahlreichen Weihnachtsmärkte in eine tiefe Dunkelheit hineingleitet. Langsam, aber sicher gehen alle Lichter aus, es scheint als würde der MP3-Player absichtlich traurige Lieder rausspucken, weil er die Dunkelheit spürt. Der Heimweg ist nicht allzu lang und trotzdem sind es 10 Minuten alleine in der Finsternis. Würde der Himmel nicht von Wolken bedeckt sein, würden wir Sterne sehen und uns vielleicht freuen. Der sichelartige Mond würde zwar wenig Licht spenden, aber er würde. Ich denke nach. Über alles ein bisschen, vielleicht am meisten über die Einsamkeit. Es ist als würde mich mein Gefühl umarmen, um nicht ganz verloren dazustehen. Es umklammert die Beine, lässt einen nicht so nachhause eilen. Was würde schon auf einen warten, fragt es ganz sanft und leise. Ich schweige, um nicht antworten zu müssen, dass es keinen gibt, der wartet. Es ist noch nicht kalt, man kann sich …

Verlieren ist keine Option.

Es ist nicht so, dass ich akut vom Verlieren betroffen bin. Zerzeit. Wenn man zurückblickt, habe ich wohl schon einiges verloren. Freunde, gute Freunde, Elternteile, Verwandtschaft, Tiere, Teile meines ganzen Lebens. Jeder verliert. Es kommt nur darauf, wie man verliert. Ob man verlieren kann, wie man so schön sagt. Ob man “Mensch, ärgere dich nicht” irgendwann wörtlich nehmen kann. Als Kind wollten sie uns das “Verlieren” lernen, damit wir nicht mehr so komplett verärgert, laut die Tür zuschlagend uns aus dem Staub gemacht haben, wenn wieder mal ein anderer alle 4 Hütchen als Erster zuhause hatte. Im Unterbewusstsein wollten sie uns wohl nicht auf das Spieleverlieren vorbereiten. Denn das Leben ist kein Spiel, auch wenn es manche so sehen mögen. Es ist nicht dazu gemacht, nur Freude zu haben, nur mit Glück übersät zu werden und irgendwo fröhlich die Däumchen zu drehen. Klar, Freude ist toll und schön & soll auch im Übermaß vorhanden sein, aber wie es eben so ist, Freude ist begrenzt. Spaß auch, und irgendwie alle Dinge, die das Leben schöner machen. …

Und irgendwann…

…irgendwann ist es vorbei. Das Leben an einem vorübergezogen, einfach ohne dass jemals nach einem Ende gefragt hätte. Wir sind traurig, so unendlich traurig, weil wir im Irgendwo sitzen und bemerken, dass wir niemals wirklich gelebt haben. Als Kind war es wichtig zu lernen, für das Leben, für uns. Wettläufe mit den anderen, welches Kind wohl als erstes lesen konnte. Als ob das für uns wichtig gewesen wäre, vorgelesen bekommen war doch viel schöner. Doch es war egal, denn schon wir steckten lieber unsere Zeit in eine perfekte Bob-Schanze aus Schnee, als uns den Spaß zu machen die steilen Hänge hinunterzusausen. Die Schanzen hatten wir ja doch nie benutzt. Waren nie gut genug geworden. Wir bauen uns auch nur das ganze Leben lang die Schanze ins Glück und doch wird sie niemals fertig. Es gibt sie einfach nicht. Wir wollen Geld, Glück, Liebe, Freunde und das wohl alles auf einmal. Wir rackern uns unser ganzes Leben ab, vielleicht um in der Pension einmal ein schönes, stressfreies Leben zu haben. Wenn wir überhaupt noch eines haben, …

You could be happy

Du könntest glücklich sein, so ohne mich. Bist du es auch? Hast du gefunden, was du immer finden wolltest? Liebst du sie, von ganzem Herzen? Geht es dir nun gut? Träumst du manchmal noch von unserer Geschichte? Erzählst du deinen Kindern einmal von uns? Hast du unsere Bilder zerstört, verbrannt und weggeworfen? Hast du mich vergessen, so wie du gesagt hast? War es besser für uns, uns nie mehr in die Arme fallen zu können? Hätten wir Freunde bleiben sollen? Wären wir ein Traumpaar gewesen? Hättest du eine Familie mit mir gegründet? Hast du deine Jugend ausgelebt? Den Ernst des Lebens gefunden? Hat sich der Trennungsschmerz ausgezahlt? Bist du glücklich, my dear – bist du glücklich? 1000 Fragen gehen durch den Kopf. 1000 Antworten auf diese Fragen, doch niemand wird sie dir jemals geben. Es ist auch egal, denn es sind nur Gedanken. Meine Gedanken werden nie mehr in deine Nähe kommen, deine Meinung wird nie mehr in meiner Anwesenheit ausgesprochen. Du wirst nie mehr diese Blicke auf mich werfen, die ich so geliebt habe. …

Linie des Lebens.

Mein Leben verläuft auch in einer Linie. Bei vielen von meinen Freunden und Bekannten ist das eine konstante, eher gerade Linie mit leichten Schwankungen. Höchstens mal bisschen nach unten. Kann man jetzt sagen, ist ja eh saulangweilig. Diese ewigen Optimisten, die noch gut drauf sind, wenn man ihnen den Job kündigt – “Wird schon werden, find’ ich eben was Besseres“. Genauso reagieren sie auf alles. Liebe rennt davon, macht nix. Freunde haben sie wahrscheinlich eh immer, wegen ihrem sonnigen Gemüt & außerdem haben sie keine richtigen Probleme. Alles ist immer gut. Fast, manchmal gesteh’ ich auch den Optimisten richtige Probleme zu. Aber die gehen aufgrund von ihrem Problemmangel einfach so locker auf diese zu. Fast schon unheimlich. Dann gibts die Linie von mir. Gerade läuft hier nichts. Die Linie weiß einfach nicht wohin sie will. Mal steil bergauf und genauso rasend schnell wieder nach unten. Früher dachte ich ja, ich red mir das ein. Ich muss nur bisschen optimistisch sein. Dachte ich. Hab ich auch probiert, hat nicht funktioniert. Bei mir kann nichts ganz rund …

Unreale Träume.

Ich war in einer großen Stadt, wunderschön anzusehen. Bunte Häuser, jede Menge Leute um mich herum. Mein Freund begleitete mich zu diesem Hotel. Er würde ein paar Tage nicht da sein, ich werde in einem Hotel Urlaub machen in dieser Zeit. Schon beim Betreten des Hotels bemerkte man, dass es sonderbar war. Es war genau wie alles andere in dieser Stadt schön anzusehen, luxuriös ausgestattet. Die Zimmer waren mit einem großen Doppelbett bestückt, ein großes Badezimmer mit genialer Dusche war inklusive. Ich war nicht lang allein, schon kurz nach meiner Ankunft öffnete sich die Tür und ein gutaussehender Mann kam zur Tür herein. Er war mein Mann. Für diese Tage. Nur für diese kurze Zeit. Anfangs war mir nicht klar, warum man hier zu jedem Zimmer einen Mann bekommt. Es waren allesamt Gentlemen, Prachtstücke von Männern, genau richtig gefühlsbetont und doch noch Mann genug. Mir war, als wär ich in einer Absteige für unglücklicher Singlefrauen gelandet. Ein Mann für den Dauer des Aufenthalts – genialer Einfall. Nicht um es zwingend miteinander zu treiben, aber einfach …